Stromausfall in Berlin

Stromausfall in Berlin

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Es war der längste „Blackout“, den Berlin in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Am 20. Februar, mittags um 14:10 Uhr gingen in Teilen der Stadt sprichwörtlich die Lichter aus. Von jetzt an sollte der Stadtteil Köpenick für gut 30 Stunden keinen Strom mehr haben – Bauarbeiter hatten versehentlich wichtige Versorgungsleitungen durchtrennt. Was für den Privatmann schon mehr als ärgerlich ist, sorgt auch bei Unternehmen für große Schäden. So auch bei den Supermärkten im betroffenen Gebiet, die ohne Strom weder ihre Kunden bedienen, noch ihre Lebensmittel kühlen können.

 

Auch Kollegen betroffen

 

Zwei Berliner Kollegen waren auf ganz unterschiedliche Weise selbst betroffen: Peter Siemann (auf dem Titelbild zu sehen) und Klaus-Peter Noack. Als Siemann an besagtem Dienstagmittag von zuhause aus zu seiner Spätschicht aufbrach, war die Welt in der Hauptstadt noch in Ordnung. Als er jedoch in der Niederlassung in Freienbrink eintraf, herrschte da schon hektische Betriebsamkeit. Er erfuhr, was passiert war und dass die ersten Märkte leere Fahrzeuge zum Abholen der gefährdeten Frischware geordert hatten. Die Disponenten vor Ort hatten alle Hände von zu tun, bevor sie Sielmann mit leerem Koffer zur Rettungsaktion losschicken konnten.

 

Rettungsaktion mit Taschenlampe

 

Entgegen seiner Befürchtung, dass wegen der ausgefallenen Ampeln ein Verkehrschaos herrschte, erreichte er relativ problemlos „seinen“ Lidl Markt in der Stadt. Hier empfing ihn eine gespenstische Szenerie: Mittlerweile war die Dämmerung hereingebrochen und im Dunklen waren Mitarbeiter mit Taschenlampen zugange, um den Rücktransport der Frischware aus den Kühlregalen in das Zentrallager vorzubereiten. Einige hatten sich dabei sogar übrig gebliebene Weihnachtsbeleuchtung aus dem Lager um den Hals gehängt, um etwas sehen zu können. Vier Stunden mit vereinten Kräften waren nötig, um 30 Paletten im Kühlwagen zu verstauen. Anschließend ging es zurück ins Lidl Zentrallager nach Freienbrink. Dort musste alles wieder ausgeladen werden und es endete für Siemann eine Tour der ganz besonderen Art, die er bestimmt nicht vergessen wird.

 

Gekocht mit dem Gaskocher

 

Ebenfalls den Stromausfall nicht vergessen, wird sein Kollege Klaus-Peter Noack, der keine „Rettungstour“ gefahren hat, dafür aber privat voll erwischt wurde. Er wohnt nämlich in einer von dem Stromausfall betroffenen Gegend. „Ick hatte echt die Schnauze voll“, sagt der Köpenicker rückblickend auf die 30 Stunden ohne Licht, ohne Heizung, ohne TV. „Gekocht haben wir mit dem Gaskocher und gelesen bei Kerzenlicht, eingewickelt in Decken. Gott sei Dank war es nicht so eisekalt – hätte noch schlimmer kommen können.“

 

So unterschiedlich die persönliche Betroffenheit der beiden Kollegen bei dem Blackout in Berlin auch war, so erleichtert waren beide, als am Mittwochabend der Schaden behoben war und die Lichter wieder angingen.

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